Wenn der Stuhl leer bleibt

Im Rahmen meiner Masterarbeit zum Thema Schulabsentismus fand ein Gespräch, das mir unter die Haut ging.

In den letzten zwei Wochen durfte ich bereits mit vielen Fachpersonen sprechen: mit Schulleitungen, Lehrpersonen, Schulsozialarbeitende, einer auf Schulrecht spezialisierten Rechtsanwältin, einem Leiter eines Volksschulamts, einer Schulärztin sowie einem Fachpsychologen für Kinder- und Jugendpsychologie.

Heute aber sprach ich mit einer Person, die selbst betroffen war.

Und dieses Gespräch hat mich verstehen lassen, worum es bei Schulabsentismus wirklich geht.

Schulabsentismus ist nicht einfach «Schulschwänzen».
Nicht fehlende Disziplin.
Nicht Trotz.
Nicht Bequemlichkeit.

Oft steckt dahinter eine tiefe Überforderung, Angst, Scham, innerer Druck. Und ein Umfeld, das manchmal selbst nicht versteht, was gerade geschieht.

Was ihr damals geholfen hätte?

Dass man den Druck herausnimmt.
Dass man versucht zu verstehen, statt vorschnell zu bewerten.
Dass man erkennt: Ich mache das nicht absichtlich.
Dass Eltern nicht nur Verantwortung zugeschoben bekommen, sondern selbst besser informiert, begleitet und unterstützt werden.

Dass alle Beteiligten gemeinsam hinschauen und fragen:

Was braucht dieses Kind oder diese Jugendliche jetzt wirklich?

Dieses Gespräch hat mir einmal mehr gezeigt: Hinter jedem Fall von Schulabsentismus steht eine Geschichte. Ein Mensch. Eine Familie. Ein System, das gefordert ist.

Und vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo wir aufhören, Verhalten nur zu beurteilen und anfangen, es wirklich verstehen zu wollen.

#Schulabsentismus #Bildung #Schule #PsychischeGesundheit #Jugendliche #Elternarbeit #Schulsozialarbeit #Masterarbeit #Kindeswohl

Zurück
Zurück

Frühes Hinschauen hält Wege offen.

Weiter
Weiter

“Essstörung ist eine Krankheit. Keine Phase. Kein Lifestyle. Keine Schwäche.”